Die Silberstein-Affäre hat im Wahlkampf zur Nationalratswahl 2017 in Österreich die Emotion hochkochen lassen. In unserer Berichterstattung zeigte sich in KW40, dass die SPÖ hinsichtlich Social Media Interaktionen davon profitieren konnte. Und das, obwohl diese scheinbar für diese Dirty-Campaigning Affäre verantwortlich ist. Wir haben dies zum Anlass genommen, eine Wählerstrom-, sozusagen eine Likestrom-Analyse durchzuführen. Diese zeigt die Anzahl von Personen, vor und nach der Silberstein-Affäre, die Beiträge einer Partei oder des dazugehörigen Spitzenkandidaten geliked haben.

Wählerstrom-Analyse anhand Facebook-Likes
Wählerstromanalyse anhand Facebook-Likes vor und nach der Silberstein-Affäre

Gewinner und Verlierer

Diese Auflistung zeigt, welche Partei relativ gesehen nach der Silberstein-Affäre die meisten aktiven Fans gewinnen konnte, bzw. welche Partei die höchsten Verluste einstecken musste.

Aktive Fans vorher Aktive Fans danach Änderung absolut Änderung relativ
FPÖ 37.351 37.904 + 553 + 1,48%
SPÖ 35.049 36.391 + 1.342 + 3,83%
ÖVP 24.646 22.881 – 1.765 – 7,16%
NEOS

3.205

3.901 696 + 21,72%
Die Grünen

3.310

2.484 – 826 – 24,95%

 

Zu- und Abwanderung in Zahlen

Diese Tabelle zeigt die Zu- und Abwanderung in absoluten Zahlen. Die Zeilen zeigen, von welchen Parteien jeweils gewonnen wurde, beziehungsweise, wie viele der Fans gehalten werden konnten. Die Spalten in der Tabelle zeigen, an welche Partei Fans abgegeben wurden. An einem konkreten Beispiel heißt das: Die FPÖ hat 502 Fans von der SPÖ gewonnen. Die FPÖ hat allerdings auch 368 Fans an die SPÖ verloren.

FPÖ SPÖ ÖVP NEOS Die Grünen
FPÖ 35.574 502 1.130 128 17
SPÖ 368 33.160 433 650 438
ÖVP 1.775 1.234 21.095 478 64
NEOS 102 373 154 2.519 57
Die Grünen 85 1.122 69 126 1.908

So wurde die Like-Stromanalyse durchgeführt

Die Voraussetzungen, um die Analyse miteinzufließen sind folgende:

  • Ein Facebook User muss zwischen 17. September und 30. September 2017 mit einer Partei oder Spitzenkandidat interagiert haben (Zeitraum von 2 Wochen vor bekanntwerden der Silberstein-Affäre)
  • Der gleiche User, muss zwischen 1. Oktober und 13. Oktober 2017 mit einer Partei oder Spitzenkandidat interagiert haben (Zeitraum von 2 Wochen nach bekanntwerden der Silberstein-Affäre)
  • Ein User wird der Partei zugeordnet, mit deren Spitzenkandidat oder der Partei selbst er im angegebenen Zeitraum am häufigsten interagiert hat
  • Jeder User wird genau einer Partei zugeordnet
  • Es werden nur Interaktionen auf Facebook und hierbei ausschließlich „likes“ gewertet (wie schließen daraus eine zustimmende Haltung zum Inhalt)

In Summe konnten so die Interaktionen von ca. 100.000 einzigartigen Facebook Usern analysiert werden. Das heißt, diese Anzahl an User hat sowohl vor, als auch nach bekanntwerden der Silberstein-Affäre mit einer Partei oder einem Spitzenkandidaten interagiert.

Über Storyclash

Storyclash ist ein Social Media Monitoring-Tool für Online-Medien, Agenturen und Marken, welches in Echtzeit die Verbreitung von Inhalten in sozialen Netzwerken anzeigt. Dabei wird erfasst, wie häufig sowohl die eigenen Beiträge – als auch jene von beliebig vielen Mitbewerbern – geteilt, geliked und kommentiert werden. Zusätzlich erkennt Storyclash innerhalb von Minuten virale Beiträge auf der ganzen Welt und ermöglicht dadurch eine schnelle Reaktion auf Trends. So kann ein Maximum an Reichweite und Relevanz in den sozialen Netzwerken erzielt werden.

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