Storyclash hat im Rahmen einer großen Social Media Analyse 180 Millionen Facebook Interaktionen analysiert und eine Social Media Wahlprognose zum Ausgang der US-Präsidentschaftswahl vom 8. November 2016 abgegeben, deren Zahlen einen knappen Sieg von Hillary Clinton mit 53% vorhergesagt haben. Betrachtet man nun den Popular Vote, so hat sie tatsächlich mit einem Vorsprung von 1,4% aller abgegebenen Stimmen gewonnen. Damit lag Storyclash näher am tatsächlichen Ergebnis als viele Umfragen, die fast alle einen erdrutschartigen Sieg von Clinton vorhersahen.

Die New York Times veröffentlichte kurz vor der eigentlichen Wahl eine Umfrage, die Hillary Clinton eine Siegchance von 85% einräumte. Die Huffington Post legte sogar noch eines drauf und gab eine Prognose von 98% für Clinton heraus. Jetzt wissen wir, wie sehr sich alle diesbezüglich geirrt hatten. Rückblickend betrachtet lagen fast alle Prognosen falsch – so auch Storyclash mit der Social Media Wahlprognose, denn gewonnen hat Donald Trump, wenn auch nur aufgrund des auf dem Majoritätsprinzip fußenden Wahlmänner-Systems. Allerdings lag Storyclash im Vergleich zu vielen renommierten Umfrageinstituten erstaunlich nahe am Endergebnis. Tatsächlich konnte Clinton etwa 2 Million mehr Wahlstimmen als Trump für sich verbuchen, was einem Vorsprung von knappen 1,4% (48% zu 46,6%) entspricht[1]. In folgender Grafik ist der Vergleich zwischen dem tatsächlichen Endergebnis (bei derzeit über 99% ausgezählter Stimmen) und der Prognose von Storyclash zu sehen, wobei die Werte der Wahl zur besseren Vergleichbarkeit auf 100% aufgerechnet wurden. Hier ist deutlich zu sehen, wie nahe am Endergebnis Storyclash mit der Wahlprognose von 52,8% für Clinton lag, die Abweichung beträgt lediglich 2,1%.

Folgende Grafik zeigt den Vergleich zwischen dem endgültigen Wahlergebnis und der Prognose von Storyclash:

 

Sieht man sich dieses Ergebnis an, so stellt sich die Frage, warum die Prognose von Storyclash so nahe am Ergebnis des Popular Votes liegt, während andere Umfragen doch teilweise deutlich daneben lagen. Dies liegt vor allem an zweierlei Dingen: Erstens an der schieren Größe der Stichprobe (180 Millionen Datenpunkte) und zweitens an der nicht-invasiven Methode der Meinungsbeobachtung anstelle der invasiven persönlichen Meinungsbefragung.

Social Media Wahlprognose: Die zukünftige Rolle von sozialen Netzwerken bei Wahlen

Noch immer wird das Potential unterschätzt, welches in den sozialen Netzwerken liegt. In den letzten Stunden während und unmittelbar nach der Wahl kamen etliche Millionen Social Media Interaktionen der insgesamt 180 Millionen ausgewerteten Interaktionen dazu. So wurden auf Twitter in diesem Zeitraum etwa 75 Millionen Tweets[2], welche die US-Wahl zum Thema hatten, abgegeben. Laut Facebook wurden alleine am Wahltag über 716 Millionen Shares, Likes, Posts und Kommentare von etwa 115 Millionen Facebook Usern abgegeben. Darüber hinaus wurden auf der Plattform Videos, die die Präsidentenwahl zur Thema hatten, ganze 643 Millionen Mal aufgerufen und etwa 10 Millionen Menschen teilten mit, dass sie gewählt hatten[3]. Haltet man sich all diese Zahlen vor Augen, so wird einem schnell klar, dass sich die potentiellen Wähler sehr stark in den sozialen Netzwerken aufhalten. Beachtet man weiterhin, dass die „Generation Facebook“, also jene Personen, die Anfang der 2000er geboren wurden, bei den nächsten Wahlen auch wahlberechtigt sind, so erkennt man schnell, dass der Trend in Zukunft noch stärker Richtung sozialer Netzwerke gehen wird.

Unter dem Deckmantel der Anonymität

Auf der sozialen Plattform Facebook diskutieren täglich Millionen User zu allen möglichen Themen, wobei auffällt, dass vor allem politische Diskussionen immer wieder aufkommen. Doch warum ist das so? Dies liegt unter anderem daran, dass man sich in sozialen Netzwerken vermeintlich anonym oder zumindest physisch unbeobachtet bewegen kann. Dies erzeugt die eine Schutzillusion. Man kann also jene Gedanken schriftlich zum Ausdruck bringen, die einem beschäftigen, die man aber im echten Leben nicht äußern kann oder will. Verstärkt wird dieser Effekt noch dadurch, dass man in den sozialen Netzwerken etliche Gleichgesinnte findet, die die gleiche oder eine ähnliche Meinung vertreten.

Werden Menschen jedoch auf der Straße zu politischen Themen befragt, so schwingt immer eine soziale Erwartungshaltung mit, aufgrund derer man nicht immer seine eigene Meinung äußert, sondern jene, von der man vermutet, dass sie gesellschaftlich erwartet wird. Gerade diese Tatsache ist oft dafür verantwortlich, dass viele Umfrageergebnisse so stark vom jeweiligen Endergebnis abweichen. Hier wird der Vorteil von sozialen Netzwerken sehr deutlich: Auch wenn es manchmal unter die Gürtellinie geht, aber man ist zumindest ehrlich! Dies kommt wiederum unserer Social Media Wahlprognose zugute.

Über Storyclash

Storyclash ist ein Social Media Monitoring Tool und zeigt live, welche Wirkung Inhalte in den sozialen Netzen haben. Medien und Unternehmen können in Echtzeit beobachten, welche Postings der eigenen Seite oder von Mitbewerbern am häufigsten von Nutzern auf Facebook und Twitter geteilt, geliked und kommentiert werden. Zusätzlich erkennt die Software innerhalb von Minuten virale Beiträge der ganzen Welt und zeigt, auf welche Trends schnell reagiert werden sollte. So kann ein Maximum an Reichweite in den sozialen Netzwerken erzielt werden.

Weitere politische Analysen und Politiker Rankings

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Pr%C3%A4sidentschaftswahl_in_den_Vereinigten_Staaten_2016

[2] http://www.usatoday.com/story/tech/news/2016/11/08/election-winner-twitter/93509896/

[3] http://www.forbes.com/sites/danafeldman/2016/11/09/election-day-played-out-on-facebook-with-over-716m-election-related-likes-posts-comments-shares/#5297e2c86c83

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